Wertvolle Rituale.

Bild 2014_09_02 RitualePrivat wie im Unternehmen gibt es Rituale. Rituale können liebgewordene feste Abläufe oder Handlungen sein. Manche Rituale praktizieren wir (mehrmals) täglich, andere nur fallweise.

Bestimmte Rituale sind Moden unterworfen. Im Moment scheinen sich viele Menschen über Morgenrituale Gedanken zu machen. ‚Wie starte ich perfekt in den Tag?‘ Andere Rituale kommen uns wie alte, unnötige Zöpfe vor und gehören abgeschnitten.

Viele Rituale empfinden wir als wertvoll. Häufig sind es kleine, positive Dinge. Solche Rituale können Zeichen von Wertschätzung und Orientierung im ganzen Durcheinander der Veränderungen sein. Sie sind Teil der gelebten Unternehmenskultur und uns manchmal gar nicht bewusst.

Rituale funktionieren nur, wenn wir uns die notwendige Zeit nehmen und auch fest einplanen. Es gibt keine fallweisen Rituale. Rituale haben etwas mit regelmäßig und systematisch zu tun und nutzen sich nicht ab, wenn man es mit Herz macht und nicht als Pflichtübung sieht.

Wie kommt man auf kleine Rituale, die auch für das Unternehmen taugen? Ich schaue mir u.a. an, was wir in der Familie machen. Vieles ist übertragbar. Weihnachten, Ostern, Nikolaus, Geburtstag, Urlaubsstart oder -ende usw. bieten viele Möglichkeiten in Bezug auf Mitarbeiter. Man kann den Kreis auch erweitern und sich kleine Rituale für Mandanten überlegen.

Was für Rituale haben Sie im Unternehmen?

02. September 2014 von Christoph Nowag | Kategorien: Think | Kommentare deaktiviert für Wertvolle Rituale.

Bewegt Euch.

Bild 2014_07_22 SchrittzählerViele von uns arbeiten im Sitzen. Und der andere Teil der Bevölkerung sitzt auch viel. Gut ist das für einen selbst nicht und das wissen wir auch. Wir alle kennen die Tipps: Treppe laufen, anstatt den Lift nehmen, das Auto stehen lassen und kurze Strecken zu Fuß oder per Rad zurücklegen usw. Häufig jedoch siegt die Trägheit.

Ab und zu braucht es eine Extraportion Motivation. Wenn Sie von uns selbst kommt, ist das toll. Doch manchmal brauchen wir einen ergänzenden Schubs. Seit einigen Monaten habe ich einen kleinen Schrittzähler in der Hosentasche. Er misst die Schrittzahl pro Tag, wie viele Stockwerke ich emporgelaufen bin und noch einiges andere. Es hilft mir tatsächlich. Ich möchte am Tag mindestens 10.000 Schritte gehen und 25 Treppen hochsteigen. Die Treppen schaffe ich immer. Aber wg der 10.000 Schritte muss ich manchmal ein zweites mal zum Briefkasten marschieren etc. Und wenn ich dann an einem Tag um die 40.000 Schritte gegangen bin und dazu noch 70 Treppen erstiegen habe, bin ich ein wenig stolz. Wie das technisch funktioniert weiß ich nicht. Aber der Zähler misst ziemlich genau und nachvollziehbar.

Ein bisschen muss man aufpassen, dass man nicht zum Sklaven der ganzen Technik wird. Ein Freund hat mir eine Geschichte erzählt, die genau dazu passt: Er fährt mit einem Bekannten Rennrad. Sein Bekannter hat wie ein Wahnsinniger für ein Radrennen trainiert. Sein Rennrad ist u.a. mit einem Wattmesser ausgerüstet. Am Tag des Rennens fiel kurz nach dem Start der Wattmesser aus. Der Fahrer brach das Rennen ab, für das er so lange trainiert hatte. Er war ohne den Wattmesser orientierungslos, hatte wohl verlernt, auf die Signale des eigenen Körpers zu hören.

Ich gehe jetzt noch etwas vor die Tür, ein paar Minuten die Füße vertreten. Mein Motivation-Zähler meint, ich könnte es heute noch gebrauchen. Ich meine das auch.

22. Juli 2014 von Christoph Nowag | Kategorien: Think | 2 Kommentare

Nicht nur Kunde, sondern Fan.

Bild 2014_07_15 Bitte eintretenEnde 2013 musste das Restaurant Cassiopeia wegen Abriss des Gebäudes schließen. Eine Institution in Stuttgart verlor ihr Quartier. Die Betreiber waren auf der Suche nach einer neuen Location und als sie diese gefunden hatten musste noch umgebaut und renoviert werden. Über sechs Monate war Funkstille, nur unterbrochen durch gelegentliche Hinweise, dass es noch dauert.

Doch dann waren sie plötzlich wieder da, verkündeten das auf ihrer Homepage und verschickten einen Email-Newsletter. Sie riefen. Und viele kamen. Prompt war das Restaurant wieder gut besucht. Viele der Kunden sind nicht nur Gäste, sondern Fans.

Von Peter F. Drucker stammt der Satz ‚Die besten Unternehmen schaffen keine Kunden. Sie schaffen Fans.‘ Dazu gehört es, sich Gedanken zu machen, wer überhaupt der Zielkunde ist, welche man will und welche nicht. Es soll ja nicht jeder Kunde ein bisschen zufriedengestellt werden, sondern (bestimmte) Kunden voll. Wir haben die Kunden, die wir verdienen und die wir, mit allem was wir darstellen, anziehen.

Der Unternehmer Klaus Kobjoll schlägt vor, mit seinen 10-20 größten Fans (die Kunden, die am meisten begeistert sind) einen ‚Fancheck‘ mit zwei Fragen zu machen. So finden wir heraus, was uns aus der Sicht unserer Fans einzigartig macht.

  • Würden Sie uns weiterempfehlen, wenn ein Bekannter eine Leistung sucht, die wir anbieten?
  • Was antworten Sie Ihrem Bekannten, wenn er fragt, was bei uns besonders ist?

Ich bin Fan vom Cassiopeia. Und ich empfehle es nicht nur, wenn ich gefragt werde. Sondern sogar ungefragt wie in diesem Beitrag. Besser kann es für ein Unternehmen wohl kaum sein.

15. Juli 2014 von Christoph Nowag | Kategorien: Think | Kommentare deaktiviert für Nicht nur Kunde, sondern Fan.

Sich sichtbar machen.

Bild 2014_07_08 Bemerkbar machenUnternehmen können das beste Angebot der Welt haben. Wenn niemand davon weiß, ist es so, als gäbe es die Leistung nicht. Sie wird nicht nachgefragt. Gerade Existenzgründer und kleinere Unternehmen tun gut daran sich zu überlegen, wie wir uns und unsere Leistungen sichtbar machen können.

Die Grundfrage lautet: ‚Wie erfahren (mögliche) Kunden, dass meine Leistungen ihnen helfen?‘

Es gibt viele verschiedene Wege sichtbar zu werden und es gilt, den für sich richtigen Weg zu wählen: Empfehlungen, Homepage, Vorträge, Anzeigenschaltung, Artikel, Blog, Facebook, Newsletter sind nur einige davon. Doch wer zu viele Kanäle wählt, läuft Gefahr, sich zu verzetteln.

Unabhängig davon, welchen Kanal wir gewählt haben, wollen wir Botschaften transportieren. Also müssen wir uns Gedanken zu den Themen und Inhalten machen. Das ist echte Arbeit. Und wir brauchen einen Plan, wie häufig wir Botschaften aussenden wollen.

Wir haben uns alles fein überlegt: Über welche Kanäle wir sichtbar sein wollen, mit welchen Themen und Inhalten, wie häufig usw. Doch dann kommt die Ernüchterung: Niemand interessiert sich für uns. Es kann schon sein, dass wir aufs falsche Pferd gesetzt haben. Wahrscheinlicher ist aber, dass wir Geduld, Ausdauer und Konsequenz benötigen, um wahrgenommen zu werden und als Folge daraus auch Erfolg haben.

08. Juli 2014 von Christoph Nowag | Kategorien: Think | Kommentare deaktiviert für Sich sichtbar machen.

Früh übt sich.

Bild 2014_07_01 MiteinanderWie jedes Jahr über Fronleichnam war die ganze Familie im Familienzeltlager. In diesen Tagen sehen wir unsere Kinder nur bei den Mahlzeiten oder wenn es jemanden zu trösten gibt. Ansonsten macht im Wesentlichen jeder, was er will. Und das bedeutet für Kinder und Erwachsene spielen, reden, singen usw. Quer durch alle Altersgruppen, Interessen und in wechselnden Konstellationen. Mannschaften werden gebildet, Turniere organisiert, es muss versucht werden, potentielle Mitspieler zu finden und zu begeistern.
Hier wird spielerisch geübt, was später mit zu den Kernfähigkeiten gehören wird: Soziale Kompetenz, Ideen zu verwirklichen, freies Sprechen vor der Gruppe, Teamfähigkeit, Niederlagen einzustecken und Erfolge zu feiern. Es ist toll zu sehen, wie sich manche Kinder entwickeln und im positiven Sinne zu Führern werden. In einem geschützten Umfeld, in dem gefahrlos und ohne es zu wissen geübt und trainiert werden kann.
Sich weiter zu entwickeln und die eigenen Grenzen zu verschieben ist für einen selbst – und manchmal auch für die Umgebung – anstrengend. Aber es ist jede Mühe wert. Sei es als unterstützende Eltern. Sei es für einen selbst.
01. Juli 2014 von Christoph Nowag | Kategorien: Think | 2 Kommentare

Ivan Blatter spricht mit Hermann Scherer.

Bild 2014_06_26 InterviewDas sollte Frau / Mann sich einmal anhören:
Ivan Blatter interviewt Hermann Scherer zu Produktivität, Büchern, Vorträgen, Kleiderschränken usw. Hier geht es zum Podcast

 

26. Juni 2014 von Christoph Nowag | Kategorien: Think | Kommentare deaktiviert für Ivan Blatter spricht mit Hermann Scherer.

Man müsste mal wieder. Ein Gedicht.

Bild 2014_06_24 TräumeIch bin über ein Gedicht von Thomas Knodel gestolpert. Es passt wunderbar zu den Gedanken  < Bevor es zu spät ist > von vor über einem Jahr.

 

Man müsste mal wieder Quatsch machen,
man müsste mal wieder laut lachen,
man müsste mal wieder lustig pfeifen,
man müsste mal wieder nach den Sternen greifen.

Man müsste mal wieder einfach verreisen,
man müsste man wieder auf alles werfen,
man müsste mal wieder spazieren gehen,
man müsste mal nicht immer nach dem Rechten sehen.

Man könnte ja manchmal einfach was wagen,
man müsste ja manchmal nicht alles ertragen,
man könnte ja manchmal sich selber pflegen,
mehr innen als außen, na meinetwegen.

Ich würd mal wieder gern tanzen im Regen,
ich würd mich mal wieder gerne in eine Wiese legen,
ich würde mal wieder gerne Lieder singen,
ich würde mal wieder gern über Mauern springen.

Lass uns die Zeiger der Uhr anhalten
und lass uns heut einfach die Zeit ausschalten.

Gedicht von Thomas Knodel

24. Juni 2014 von Christoph Nowag | Kategorien: Think | Kommentare deaktiviert für Man müsste mal wieder. Ein Gedicht.

Manchmal dauert es mit der Erfüllung von Träumen.

Bild 2014_06_03 GitarreAls Jugendlicher habe ich mit Freude die Gitarre bearbeitet und mächtig die Stimmbänder dabei zum Schwingen gebracht. Ich habe Lieder gespielt und geschrieben und war mit Begeisterung dabei. Mein Lieblingstraum in dieser Zeit war, dass ich auf einer Bühne stehe und zusammen mit Band und Publikum eine tolle Zeit habe.

Doch dieser Traum war nur Schaum. Ich habe nie in einer Band gespielt, geschweige denn vor Publikum, sieht man von Festen und Lagerfeuervergnügungen ab. Und irgendwann trat die Musik in den Hintergrund und wurde auf ein Minimum reduziert.

Wenn uns aber eine Sache wichtig ist, gibt es gute Chancen, dass sie irgendwann wieder zum Vorschein kommt. Und sei es wie in meinem Fall fast drei Jahrzehnte später. Ich habe wieder angefangen, Gitarre zu spielen. Zuerst nur für mich und mit den Kindern, dann wurde zusammen mit Freunden gesungen und irgendwann habe ich die Privatsphäre verlassen, um mit und für andere Menschen zu spielen.

Und wie das so ist, wenn man nicht nur von einer Sache träumt, sondern dafür brennt, fügen sich die Dinge. Oder besser: Man geht einen Weg und nimmt Chancen war. Plötzlich spielt man bei Gelegenheit zusammen mit anderen. Und die ersten Auftrittsmöglichkeiten bieten sich. Ein alter Traum beginnt Realität zu werden.

Von alleine passiert das alles nicht. Wir müssen uns für unseren Traum schon einsetzen, uns selbst in Bewegung bringen und dranbleiben.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie auch den einen oder anderen kleineren oder größeren Traum verwirklichen können. Für sich selbst. Vielleicht sogar zur Freude und zum Segen von anderen.

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Über meinen allerersten Auftritt und den Mut, die Komfortzone zu verlassen, habe ich schon an anderer Stelle geschrieben: Link

 

03. Juni 2014 von Christoph Nowag | Kategorien: Think | 3 Kommentare

Merk-würdig.

Bild 2014_05_27 Merk-WürdigBis vor kurzem war für mich das Wort < merkwürdig > gleichzusetzen mit < sonderbar >. Doch letzten Dienstag hörte ich auf einem Vortrag bei der Staufen AG dem ehemaligen Fußball-Schiedsrichter Urs Meier zu. Er sagte sinngemäß ‘Führungsspieler müssen merkwürdig sein’. Wumms. Das saß.

So hatte ich es noch nie gesehen. Merkwürdig. Merk-würdig. Würdig zu merken …

Wie ich es sehen will, hat das Wort nichts mit sonderlich zu tun, sondern damit, dass etwas oder jemand würdig ist, be- und gemerkt zu werden. Bemerkbar sein, und nicht in der großen Masse anonym untertauchen. Dinge gut zu machen und die Leistung vorzuzeigen. Die eigene Meinung zu vertreten. Auch gegen Widerstände. So wie man ist aufzutreten, authentisch und kein Abziehbild zu sein. Manchmal begegnen wir Menschen, die sich uns unmittelbar ins Gehirn einbrennen.

Die Frage < was ist würdig zu merken ? > stellen wir nicht nur bei Menschen.
Was macht meine Homepage merk-würdig?
Wo weichen unsere Produkte von der Norm ab? Und ist das positiv?

Ich werde zukünftig das Adjektiv merkwürdig nur noch in seiner positiven Form verwenden. Ansonsten kommen sonderbar, befremdlich etc. zum Einsatz.

Erstaunlich, was uns die Sprache alles zu bieten hat …

27. Mai 2014 von Christoph Nowag | Kategorien: Think | 2 Kommentare

Ich will. Machst Du mit?

Bild 2014_05_20 MiteinanderIn unserem Stadtteil wurde dieses Wochenende ein Kloster mit indischen Schwestern eröffnet. Da so etwas nicht alle Tage passiert, war auch geistliche Prominenz vor Ort, u.a. die Ordenschefin aus Indien.

Unsere Kinder spielten irgendein Rumrenn-Fangespiel auf der Treppe und brauchten noch Mitspieler. Da traf es sich prächtig, dass eine Ordensschwester in der Nähe stand und die Sonne genoss. Sie wurde gefragt, ob sie mitspielen wollte. Sprachliches Unverständnis wurden durch Vormachen ausgeräumt und nach kurzer Zeit rannten sie, sich gegenseitig fangend, die Stufen auf und ab.

Die Kinder störte es nicht im Geringsten, dass die Mitspielerin schon etwas betagter und auch noch zufälligerweise die Ordenschefin war. Und die Oberin hatte ebenfalls ihren Spaß, bis ihr irgendwann die Puste ausging.

Wunderbar an dieser Aktion finde ich, dass die Kinder ein Ziel hatten und ohne Umwege daran gingen, dieses Ziel zu verwirklichen. Chefin von vielen tausend Menschen? Kein Problem, auch große Tiere spielen gerne. Keine gemeinsame Sprache? Kein Problem, mit Händen, Füßen und Vormachen verstehen wir uns schon. Schon älter? Kein Problem, soll sie eben langsamer rennen.

Wir müssen den ersten Schritt auf den anderen zugehen und ihn fragen und überzeugen, ohne uns Gedanken darüber zu machen, was er antworten könnte. Für die Antwort ist der Gefragte dann selbst verantwortlich.

20. Mai 2014 von Christoph Nowag | Kategorien: Think | Kommentare deaktiviert für Ich will. Machst Du mit?